29. Mai 2020. Marta Kovac ist eine von vielen slowakischen PersonenbetreuerInnen, die sich um demenzkranke Senioren und Seniorinnen zu Hause kümmern. Welchen Wert die Betreuung daheim vor allem während der Corona-Krise hat, zeigt ein Einblick in die Geschichte von Frau Leitner.

Seit einigen Wochen wird Frau Leitner daheim betreut. Die Situation im Altersheim, so erzählt die Tochter der 83-Jährigen, sei kein zumutbarer Zustand mehr gewesen. Zu sehr hätten die Einschränkungen von Besuchszeiten den Gesundheitszustand ihrer Mutter negativ zugesetzt. Die Besuchszeiten seien auf demenzerkrankte PatientInnen nicht angepasst, die besondere Bedürfnisse haben und für die es schwer ist, zu erfassen, was Corona bedeute.  Ihre Mutter leide an mittelschwerer Demenz und habe nicht verstanden, warum ihre Tochter sie nicht mehr regelmäßig besuche. Die Seniorin habe das Gefühl gehabt, sie würde für etwas bestraft werden.

Berichte aus Altersheimen wie diese sind zu Zeiten von Corona keine Seltenheit. Neben der erhöhten Infektionsgefahr für Hochbetagte, seien vor allem die emotionalen Schäden gravierend. Die Institutionen gleichen momentan eher einem Gefängnis: Besuchszeiten von maximal 30 Minuten sind erlaubt, oft auch nur mit einer Glasscheibe zwischen den Angehörigen und den Pflegebedürftigen.

„Keiner kann sagen, wie lange die Pandemie noch anhält. Daher habe ich beschlossen, meine Mutter daheim betreuen zu lassen, wo ich selbst entscheiden kann wann und wie lange ich sie sehen kann. Und vor allem – auch die Möglichkeit habe, mal ihre Hand zu halten oder ihr über den Kopf zu streichen. Das sind Kleinigkeiten, die aber für alte Menschen viel bedeuten. Ihr soll es vergönnt sein, die letzten Lebensjahre friedlich zu verbringen.“

Seitdem kümmert sich Marta Kovac um die 83-Jährige. „Wir kommen sehr gut miteinander aus. Frau Leitner erzählt mir gerne Geschichten, meistens die Gleichen, aber das stört mich nicht. Wenn das Wetter schön ist, machen wir ein bisschen Bewegung, indem wir spazieren gehen. Dreimal am Tag mache ich frische Mahlzeiten. Ich habe schon davor Demenzerkrankte betreut. Es ist anspruchsvoll, aber mit gefällt die Arbeit mit alten Menschen. Bei BestCare fühle ich mich gut aufgehoben, weil sie immer erreichbar sind, sollte es doch einmal Schwierigkeiten geben oder schicken eine Krankenschwester vorbei, um das Problem vor Ort zu klären.“

„Ich bin letztendlich froh, dass ich mich für den Umstieg auf eine 24-Stunden-Betreuung für meine Mutter entschieden habe. Es ist ein einmaliger Aufwand, der sich aber allemal lohnt. Ich habe nun ein ruhiges Gewissen, dass es meiner Mutter gut geht und dass ich sie zu jederzeit besuchen gehen kann.“, erzählt die Tochter der Hochbetagten.